Integrationsprüfung A2 und B1: Modul 1 und 2 erklärt
Aktualisiert: · 2 Min. Lesezeit
Die Integrationsprüfung des ÖIF (Österreichischer Integrationsfonds) entscheidet für viele Drittstaatsangehörige darüber, ob sie ihren Aufenthaltstitel verlängern, einen Daueraufenthalt bekommen oder eingebürgert werden können.
Kurz gesagt: Modul 1 = A2, meist innerhalb von 2 Jahren. Modul 2 = B1, nötig für Daueraufenthalt und Staatsbürgerschaft.
Die Deutsch-Stufen auf einen Blick
| Stufe | Wofür | Nachweis |
|---|---|---|
| A1 | „Deutsch vor Zuzug“ – vor der Einreise für bestimmte Erstanträge | Sprachdiplom (z. B. ÖIF, ÖSD, Goethe, telc), max. 1 Jahr alt |
| A2 – Modul 1 | Pflicht innerhalb von 2 Jahren ab bestimmten Aufenthaltstiteln | ÖIF-Integrationsprüfung A2 |
| B1 – Modul 2 | Daueraufenthalt – EU und Staatsbürgerschaft | ÖIF-Integrationsprüfung B1 (oder z. B. österreichischer Hochschulabschluss) |
| B2 | Schnellere Einbürgerung (unter bestimmten Voraussetzungen nach 6 statt 10 Jahren) | Sprachnachweis B2 |
Wer ist ausgenommen?
- Rot-Weiß-Rot-Karte: Modul 1 gilt automatisch als erfüllt.
- EU-/EWR-Bürger:innen und Schweizer:innen unterliegen nicht der Integrationsvereinbarung.
- Weitere Ausnahmen (z. B. aus gesundheitlichen Gründen) prüft die Behörde im Einzelfall.
Was wird geprüft?
Die Prüfung hat zwei Teile:
- Sprache: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen auf dem jeweiligen Niveau.
- Werte- und Orientierungswissen: Fragen zu Demokratie, Rechtsstaat, Gleichberechtigung und Alltag in Österreich.
Beide Teile müssen bestanden werden. Wiederholen kann man beliebig oft – aber nur die ganze Prüfung.
Warum so viele durchfallen
2025 waren nur 48 % der A2- und 49 % der B1-Antritte erfolgreich. Im Schnitt brauchte man 1,4 bis 1,5 Antritte. Typische Gründe:
- Das Format ist ungewohnt – allgemeine Sprach-Apps trainieren es nicht.
- Sprechen und Schreiben werden zu wenig geübt.
- Der Teil Werte- und Orientierungswissen wird unterschätzt.
So bereitest du dich vor
- Niveau bestimmen – mach unseren kostenlosen Einstufungstest.
- Prüfungstermin planen – mit Puffer zu deiner Frist (Modul 1: 2 Jahre).
- Täglich kurz üben statt selten lange: 15–20 Minuten pro Tag.
- Format trainieren: Modelltests, Briefe schreiben, Sprechen mit Zeitlimit.
- Werte-Wissen lernen – mit Übungsfragen und Erklärungen.
Kostenlose offizielle Materialien findest du auf dem Sprachportal des ÖIF und in der ÖIF-App „Meine Integration in Österreich“.
Häufige Fragen
Reicht ein ÖSD-, Goethe- oder telc-Zertifikat für Modul 1 oder 2?
In der Regel nein. Für die Module der Integrationsvereinbarung zählt die ÖIF-Integrationsprüfung, weil sie zusätzlich Werte- und Orientierungswissen prüft. Für den A1-Nachweis vor der Einreise („Deutsch vor Zuzug“) werden dagegen auch Diplome von ÖSD, Goethe-Institut oder telc anerkannt.
Kann ich die Prüfung wiederholen?
Ja, beliebig oft – aber immer als Ganzes. Einzelne Teile kann man nicht wiederholen.
Wie viele bestehen die Prüfung?
Laut Integrationsministerium wurden 2025 nur 48 % der A2- und 49 % der B1-Antritte positiv absolviert. Gezielte Vorbereitung auf das Format lohnt sich.
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Deutsch-TestQuellen
Dableib ist keine Behörde und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte geben die zuständigen Behörden (in Wien: MA 35).
